
Papiermaché Maske aus Hafermilchpackungen
„Der Hafermilchbubenschwan“ inszeniert eine beunruhigende Begegnung zwischen Mythos und Moderne. Inspiriert von der Erzählung von Leda und dem Schwan, unterzieht die Arbeit das traditionelle Bild des Schwans einer radikalen Neubewertung.
Im Zentrum der Komposition steht eine Person, deren Kopf von einer Maske aus recycelten Hafermilchpackungen verhüllt wird. Dieses ungewöhnliche Material verweist auf die Komplexität heutiger Identitätskonstruktionen. Die Hafermilch, ein Produkt, das für bewussten Konsum und eine fortschrittliche Lebenshaltung steht, kontrastiert scharf mit der archaischen Aura des Schwans. Die Maske wird so zum Symbol einer brüchigen Fassade, hinter der sich Unsicherheit und Widersprüche verbergen. Durch die bewusste Verweigerung von Gucklöchern in der Maske wird der Blick des Trägers auf die Außenwelt ebenso wie der des Betrachters auf das Innere des Trägers verstellt. Diese visuelle Barriere evoziert eine Atmosphäre der Isolation und verdeutlicht die Mechanismen der Verdrängung und des Verbergens, die in der Auseinandersetzung mit problematischen Aspekten von Männlichkeit von Bedeutung sind.
„Der Hafermilchbubenschwan“ ist mehr als eine bloße Abbildung; er ist eine künstlerische Intervention, die die Betrachtenden dazu auffordert, eigene Wahrnehmungen von Identität, Macht und Verletzlichkeit zu hinterfragen.


